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Der ehemalige Präsident
Der ehemalige Präsident war Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, dann Direktor des IWF. Als solcher hat er viel Geld nach Afrika weggegeben, und als er gesehen hat, was er damit angerichtet hat, hat es ihm Leid getan. Daraus kann man schließen, der ehemalige Präsident hatte keine Ahnung, was er da tut, seine Aufgabe war, seine Aufgabe zu erfüllen, dazu reicht es zu wissen, wie man es tut. (weiterlesen…)
Es gibt Gewohnheiten, die ein diffuses, irgendwie auch schiefes Licht auf denjenigen werfen, der sie hat. Die öffentlich zuzugeben fällt schwer, geht nur hinter vorgehaltener Hand, in betrunkenem Zustand oder gar nicht. Besuche von Baumärkten Samstagvormittag zum Beispiel, das Anstreichen des Fernsehprogramms der kommenden Woche, das Lesen der Bildzeitung oder Lottospielen. Kennt daher jemand das Wort ‚Lottoannahmestelle’, so ist zuvorkommend zu schließen, es handele sich hier um einen Germanistikprofessor mit Forschungsschwerpunkt alte deutsche Wortungetüme, dem auch ‚Lastkraftwagen’ und ‚Personennahverkehr’ geläufig ist. (weiterlesen…)
Oft trifft man auf Menschen, die genau wissen, dass das, was sie machen eine Zumutung ist und die nichts dagegen unternehmen können, weil sie Frau und Kinder ernähren müssen, oder auch nur sich selbst. Kaminkehrer, zum Beispiel, Brandschutzexperten, Parkscheinkontrolleure, überhaupt Kontrolleure aller Art.
Die aber trotzdem geliebt werden möchten.
Das merkt man ihnen dann auch an, und es entsteht eine peinliche Spannung. Man kommt sich vor wie ein Schwein, weil man es nicht schafft, sie zu mögen, und dann sind sie darob traurig und verbittert. Das verbittert auch einen selbst, man hätte es in der Hand gehabt, die Welt ein bisschen heller zu machen (Hey Jude) und man hat, wieder einmal, versagt.
Nachdem es bereits Listen gibt über die dicksten Männer, die sehenswürdigsten Sehenswürdigkeiten, die weltwunderigsten Weltwunder und die gesündesten Gemüse, steht zu befürchten, dass auch bald die lustigsten Lampenbefestigungen zur Sprache kommen werden. Da gilt es, den Anschluss nicht zu verpassen und schon einmal den eigenen Beitrag in den Ring zu werfen.
Damit nicht jeder schreibt wie ihm der Schnabel gewachsen ist sorgen Lektoren, Oberstudienräte, das Windows Rechtschreibprogramm und viele Millionen privat tätiger Hüter der deutschen Sprache für die stets korrekte Orthographie und Grammatik. Damit nicht verbessern lässt sich allerdings grammatikalisch und orthographisch korrekte Schlichtheit im Geiste, so dass der Leser aufgefordert ist, dieserart Texte selbst literarisch weiterzuentwickeln. (weiterlesen…)
Nur meinem gesunden Menschenverstand ist es zu verdanken, dass bislang der Winter ohne Blessuren abgelaufen ist, indem ich mich bei Straßenglätte immer angemessen vorsichtig fortbewegt habe und niemals ungestüm um die Ecke gebogen bin. (weiterlesen…)
Von mir aus kann die ganze Olympiade die Katz holen, aber mein Vetter Benedikt zum Beispiel, der ist da ganz anderer Meinung, der ist ein typischer Fremdlebenidentifizierer und deshalb strikt für olympische Spiele. Immer nur Celebrities und Society und höchstens noch Günther Jauch für die Bildung, das reicht auf Dauer nicht, sagt er, was sportliches muss auch dabei sein, von Lena Neuner und Maria Riesch ist er deshalb ganz begeistert. (weiterlesen…)
Besuchern, der aus Richtung Schweiz anreisen, habe ich früher immer gesagt, sie sollen unbedingt noch vor Bregenz nach dem großen Kruzifix rechts abbiegen, weil sonst steht man 2 Stunden in Bregenz im Stau und das vorbereitete Essen wird kalt. Hat nichts genützt, alle fahren sie am Kruzifix vorbei, obwohl es bestimmt 3 Meter hoch ist, und das Essen natürlich kalt. Unsere Wahrnehmung ist nicht auf die Erkennung des Herrn am Straßenrand ausgerichtet. Jetzt sage ich‚ ‚nach dem Aldi, der in Österreich Hofer heißt‘, und es klappt.
Wenn es nicht so eingebildet und arrogant wäre, würde ich fast meinen, alle sind verrückt geworden, (weiterlesen…)
Schlaue Füchse kommen mitunter auf die Idee, vornehmlich an Weihnachten, mit Geld die Welt retten zu wollen. Denen rufe man dann aber sogleich zu: ‚Läuft leider auch nicht, Ihr Füchse!’ Das sei nämlich nur ein billiger Trick, eigene Aktivität vorzutäuschen und sehr sehr durchsichtig, das fällt unter die unrühmliche Kategorie ‚ungehemmtes Bestreben, ohne eigenes Zutun irgendwo was günstig zu bekommen’, (weiterlesen…)